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DIE SCHMUCKSTRAßE AUF ST. PAULI - CHINATOWN HAMBURG

Das Geheimnis der Schmuckstraße

Die einzige Chinatown Deutschlands gab es bis 1944 in Hamburg

Die Schmuckstrasse in Hamburg St. Pauli war bis Mai 1944 die einzige Chinatown Deutschlands. Viele Chinesen lebten lange hier in dem Hafenviertel an der Elbe und gründeten hier Familien. Bis die Nazis mit der "Chinesen Aktion" diese Zeit beendeten. Die Nazis mit Polizei und Gestapo haben die letzten verbliebenen Chinesen verhafteten und in Arbeitslager im Hafen oder das KZ Neuengamme gebracht. Bis heute ist diese Zeit wenig erforscht und bekannt. Mehr Infos zu dieser tragischen Hamburger Geschichte gibt es auf der Kiez-Kapitän Kieztour durch St. Pauli.


Die Chinesen-Aktion im Mai 1944 von Polizei & Gestapo

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Bei der Aktion am 13. Mai 1944 wurden insbesondere im Quartier rund um die Schmuckstraße die Straßenzüge von mit Maschinenpistolen bewaffneter Kriminal- und Ordnungspolizei vollständig abgesperrt. Etwa 200 eingesetzte Beamte unter der Leitung der Gestapo verhafteten die kleine ethnische Gruppe von etwa 130 Chinesen, brachte die Menschen zunächst in die Davidwache und von dort in das Untersuchungsgefängnis an der Holstenglacis. Dort wurden ihnen Pässe, Wertsachen und Geld abgenommen. Anschließend brachte man sie mit einem LKW in das Polizeigefängnis Fuhlsbüttel, wo die meisten von ihnen mehrere Monate einsaßen. Nach Zeugenaussagen wurden viele von ihnen dort schwer misshandelt und gefoltert, einige überlebten die Torturen nicht.

Der Befehl für die Chinesenaktion wurde von Albert Schwelm, Leiter des Gestaporeferates IV 1c, gegeben, die Durchführung oblag dem Gestapobeamten Erich Hanisch.

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Im September 1944 wurden 60 bis 80 inhaftierte Chinesen in das Arbeitserziehungslager Langer Morgen verschleppt, von wo aus sie in den umliegenden Hafen- und Industriegebieten Zwangsarbeit leisten mussten. Sie blieben damit gewollt im Einflussbereich der Gestapo, anders als diejenigen, die nach einer Überstellung in das KZ Neuengamme der SS ausgesetzt waren. Siebzehn Chinesen überlebten das Lager nachweislich nicht, ihre Namen standen auf einer später verloren gegangenen Liste. Die Zahl der Opfer insgesamt wird um Einiges höher angenommen.

Von der Chinesenaktion betroffen waren zudem Frauen, die mit den verhafteten Chinesen befreundet waren, in Partnerschaft lebten oder in den chinesischen Gaststätten arbeiteten. Sie wurden ebenfalls festgenommen, verhört, teilweise in Schutzhaft genommen oder in Anstalten und Konzentrationslager eingewiesen.

 

Einige Überlebende kämpften nach dem Krieg vergeblich um eine Entschädigung. Die Wiedergutmachungsbehörden nahmen den Standpunkt ein, die Verfolgung sei nicht rassistisch motiviert gewesen. Die angerufenen Gerichte bestätigten diese Auffassung und urteilten, bei der Chinesenaktion habe es sich um einen gewöhnlichen polizeilichen Vorgang gehandelt.

Das "Hotel Hongkong" am Hamburger Berg

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Chong Tin Lam (1907 Kanton - 1983 Hamburg) kam 1926 nach Hamburg und erwarb 1938 die Hong Kong Bar am Hamburger Berg 14. Seine Lebensgefährtin war die aus Polen stammende Lina Donatius, mit der er eine Tochter hatte, geboren 1942. Chong galt als sehr hilfsbereit, er organisierte während des Krieges, in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Konsul in Berlin, Ausreisepapiere für chinesische ehemalige Kriegsgefangene. 1944 wurde er während der Chinesenaktion verhaftet, in Fuhlsbüttel inhaftiert und misshandelt. Bis zum Kriegsende durchlief er mehrere Lager. Er kehrte nach Hamburg zurück und wurde Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Die Hongkong-Bar konnte er wieder aufbauen, doch ein von ihm gestellter Wiedergutmachungsantrag wurde abgelehnt.