Der Hamburger Fischmarkt in Altona an der Elbe

10.08.2017

Der Hamburger Fischmarkt ist am Sonntag ein beliebtes, wenn auch sehr frühes Ziel von Hamburgern, Nachtschwärmern vom Kiez und Touristen in Hamburg an der Elbe.  Genau genommen ist es der Altonaer Fischmarkt. Dieser hat durch die direkte Lage an der Elbe dem ehemaligen Hamburger Fischmarkt den Rang abgelaufen. Dieser befand sich neben dem Domhof in der Hamburger Altstadt zwischen Mönckebergstraße und der Elbe. Der Altona Fischmarkt ist heute nicht mehr der Ort, an dem früher der frisch gefangene Fisch früh morgens verkauft wurde. Heute kommt der Fisch mit dem Kühltransporter aus allen Ecken der Welt in Hamburg an. Trotzdem lohnt sich ein Besuch auf dem Fischmarkt zu einem frühen Fischbrötchen. Jeden Sonntag kommen ca. 75.000 Besuch auf den Altonaer Fischmarkt, um Aale Dieter und den anderen Marktschreiern zuzuschauen. Der Platz an der Elbe ist auch einer der ersten, der bei Hochwasser überflutet wird. Dann werden die Tore der Fischauktionshalle geöffnet und das Wasser fliesst bei fallenender Flut auch gleich wieder ab.

Fotos: (c) Jens Hartmann / Text: Jens Hartmann + Wikipedia

LANDUNTER AM ALTONA FISCHMARKT
LANDUNTER AM ALTONA FISCHMARKT

Altonaer Fischmarkt

Altonaer Fischmarkt
Altonaer Fischmarkt

Der Altonaer Fischmarkt ist ein öffentlicher Markt im Hamburger Stadtteil Altona. Seine Geschichte ist in die Konkurrenz der beiden rivalisierenden Städte Altona und Hamburg eingebettet. Er wird heute als Touristenattraktion vermarktet, hat aber immer noch eine ökonomische Funktion.

Geschichte

Altonaer Fischmarkt

Vor den Toren Hamburgs siedelten sich seit dem 16. Jahrhundert Fischer und Handwerker an. Nachdem Christian IV. 1640 Herzog von Holstein geworden war, versuchten die Dänen der Hansestadt Hamburg Konkurrenz zu machen. 1664 verlieh Friedrich III. Altona das Stadtrecht. Seit 1703 durfte auch sonntags vor dem Kirchgang in Altona Handel getrieben werden.

Altonaer Fischmarkt

Ursprünglich diente der in Altona abgehaltene Markt zur Versorgung der Bürger mit frischem Fisch. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert werden auf dem Altonaer Fischmarkt auch Obst, Gemüse und Pflanzen verkauft. Die Besonderheit, auch sonntags früh geöffnet zu sein, liegt allerdings daran, dass der mit den Fangbooten angelandete Fisch bereits morgens vor dem Kirchgang verkauft werden sollte, um ihn möglichst frisch in die herrschaftlichen Küchen zu bekommen.

Aalverkäufer
Altonaer Fischmarkt

Vom Bahnhof Altona führte schon 1846 eine Gleisstrecke der Altonaer Hafenbahn zunächst mit einem Seilaufzug über den Geesthang und ab 1876 durch den Schellfischtunnel zum Fischmarkt. Zeitweise erfolgte hier der größte Umschlag an Seefischen und Fischkonserven der auf dem Fischmarktgebiet ansässigen Konservenindustrie für die deutschen Inlandsgebiete. Der Tunnel ist inzwischen geschlossen, kann aber mit begleitenden Führern besichtigt werden.

Altonaer Fischmarkt

1896 wurde die Fischauktionshalle in Altona eröffnet, die im Stil einer dreischiffigen Basilika erbaut war. Große Fischdampfer machten den Elbfischern Konkurrenz, ohne die Hilfe des Auktionators hätten die Großhändler zu niedrige Preise durchdrücken können. Bereits in den 1930er Jahren war auch die Auktionshalle technisch "überholt", der Handel verlagerte sich weiter nach Westen, wo Kühlhallen und Fischverarbeitungsbetriebe errichtet wurden. Heute wird Fisch in virtuellen Auktionen versteigert.

Altonaer Fischmarkt

Sonntäglicher Fischmarkt

Aalverkäufer

Der traditionelle sonntägliche Fischmarkt findet von 5:00 bis 9:30 Uhr (in der Zeit vom 15. November bis 15. März ab 7:00 Uhr) mit Verkaufsständen unter freiem Himmel auf dem östlichen Ende der Großen Elbstraße in Altona statt. Der Markt hat eine wirtschaftliche und soziale Funktion für einheimische Kunden und Händler. Das teils marktschreierische Gebaren der Händler macht daneben den öffentlichen Fischmarkt auch zu einer der Touristenattraktionen Hamburgs. In der Fischauktionshalle gibt es bis 12 Uhr Live-Musik. Dort kann auch gebruncht werden. Eine schöne Atmosphäre direkt an der Elbe.

Heutzutage beschränkt sich das Angebot nicht länger nur auf Lebensmittel. Auch Handyschalen oder Flaggen sind zu kaufen; lebende Hühner, Brieftauben und Kaninchen gehören zum traditionellen Angebot. Nach dem Einkauf kann der Besucher in der benachbarten Fischauktionshalle gepflegte Jazz, bzw. Rockmusik hören.

Moderne Bebauung in Altona-Altstadt

Das Gelände des sonntäglichen Fischmarkts war nicht immer so schön anzusehen wie heute. Im Juli 1943 wurden die meisten Wohn- und Geschäftshäuser rund um den Fischmarkt bis auf wenige Ausnahmen durch Fliegerbomben völlig zerstört. In den 1970er Jahren begann die Stadt Hamburg den Wiederaufbau des Platzes, die der Altonaer Spar- und Bauverein und der Bauverein der Elbgemeinden von 1988 bis 1992 umsetzten. Postmoderne Neubauten bilden nun mit den "Neubauten" der Gründerzeit eine Einheit. Auch der barocke Fischmarktbrunnen von 1742, der hier bis 1864 gestanden hatte, wurde restauriert und wieder auf dem Platz aufgestellt. Die bekrönende Minervastatue schuf der Kieler Bildhauer Hans Kock 1989 als Ersatz für die beschädigte Originalfigur. Neben dem Fischmarkt liegt der 1996 ausgebaute Backsteinbau stilwerk, der ab dem 19. Jahrhundert als Mälzerei diente und gegenwärtig ein Ladenzentrum für Einrichtungs- und Möbeldesign bietet.